Sonntag, 30. Mai 2010

W200IV: Und dann war’s doch nichts mit dem Doppelspieltag...

SV TuRa 90 Beesenstedt II 6:0 SG Krosigk
Sonntag, 30. Mai 2010 – Anstoß 13.00
3. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 3 (13. Liga, 8. und unterste Amateurliga)
Ergebnis: 6:0 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit 3:0
Tore: 1:0 19. Nr. 14, 2:0 23. Nr. 8, 3:0 45.+1 Nr. 9, 4:0 66. Nr. 2, 5:0 70. Nr. 6, 6:0 83. Nr. 3
Verwarnungen: Nr. 10 (Tura), Nr. 8 (SGK)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Beesenstedt (Kap. 1.000, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Leider etwas einseitig, aber ein flottes Spiel mit vielen Strafraumszenen)

TSV 1990 Schochwitz II [3:0] SV Traktor Teicha II
2. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (12. Liga, 7. Amateurliga)
Ausfall: Teicha II nicht angetreten
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624167979242/detail/

Woher der Name Beesenstedt kommt und was er bedeutet, kann ich leider nicht verraten, doch vermute ich mal, dass er nichts mit dem Kehr- und Reinigungsgerät mit einem „e“ zu tun hat. Jedenfalls kamen wir, nachdem wir die 18%-Steigung nach Johannashall hinauf bewältigt hatten, unbeschadet im ganz interessanten 1.200-Einwohner-Dorf an. Die Beesenstedter Kirche stammt aus dem 19. Jhdt. und ist innen ganz nett gestaltet; mit Empore und gut erkennbarer Kreuzform des Kirchenschiffes. Das Schloss wurde 1895 erbaut, ist teilweise saniert und sieht eigentlich sehr gut aus – wenn da die Löcher in Dach und Fassade nicht wären. Aber im Schloss werden immerhin von Zeit zu Zeit diverse Events abgehalten. Eine kleine Sehenswürdigkeit von Beesenstedt ist auch noch ein besonders schönes Exemplar von einem Wasserturm; bei der Gärtnerei.

Kurz vorm Anstoß kamen wir am Sportgelände Beesenstedt an. Links vorm sanierten Vereinsheim der Fußballplatz, der mit ein paar Bänken und hohen Bäumen drum herum als ein typischer Dorf-Ground – aber einer der schöneren Sorte – gelten muss. Rechts davon gibt es noch eine ganz nette Reitsportanlage mit kleiner Tribüne und Sprecherturm. Wenn man vom hinteren Teil des Fußballplatzes aus – dort, wo das Volleyballnetz ist – auf den Platz schaut, hat man auch noch die großen Silos als Hintergrund. Erinnerte mich irgendwie an den einen Fußballplatz in Syrien – aber da standen die Silos nicht 500m, sondern 15m vom Platz weg.

Zurück nach Beesenstedt: der Verein wurde laut www.svtura90.de 1921 als Turn- und Rasensport Beesenstedt gegründet. In der DDR hieß man natürlich Traktor und 1990 dann erfolgte die Rückbenennung in TuRa, was eben wieder für Turn- und Rasensport steht. Die Mitgliederzahl ist mit 110 für einen Ort von der Größe ganz ordentlich und auch die Leistung, eine Mannschaft in der Kreisliga etabliert, die zweite in der 3. Kreisklasse, sowie zwei Jugend- und ein Frauenteam im Spielbetrieb zu haben, ist wirklich ordentlich. Die Jugendmannschaften sind übrigens die D- und die F-Jugend.
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Am Vortag hatten wir ja die erste Mannschaft gesehen, die in Kleinkugel eine schwache Vorstellung zeigte. Die zweite Mannschaft lies gegen Krosigk nichts anbrennen und wurde ihrer Favoritenrolle beim Spiel 3. gegen 6. gerecht. Nachdem Beesenstedt II sechs, teils wirklich hochkarätige Torchancen vergab – und Krosigk nur zwei Mal vorm Kasten der Gastgeber erschienen war – erzielten sie das 1:0. Kurz darauf ein klasse Flugkopfball, der den Ball genau ins Eck beförderte zum 2:0. Vor dem Pausenpfiff schaffte Beesenstedt sogar noch das 3:0. Drei weitere, teils wirklich stark erzielte Treffer folgten nach der Pause und ließen das Ergebnis so sehr deutlich aussehen.

Krosigk wurde dann halt doch etwas überrannt, obwohl sie auch selber ein paar Torchancen aufweisen konnten und vor allem auch gut verteidigten und sich schöne Zweikämpfe lieferten. Beesenstedt hatte aber die bessere Spielanlage und Schusstechnik. Nachdem Krosigks letztes Spiel – das hatten wir auch gesehen und waren doch sehr erfreut über den 9:4 Sieg – den höchsten Saisonsieg bedeutete, ist dieses 6:0 jetzt die höchste Niederlage in der Ligaspielzeit. Im Kreispokal schieden sie ja mit 0:9 gegen Ermlitz (1. Kreisklasse, 5. Platz von 14) aus.

Auf dem Weg nach Schochwitz regnete es auf uns, während uns gleichzeitig die Sonne blendete. Ganz toll... Ganz toll war auch, dass Traktor Teicha II – ohne wenigstens einen Tag vorher Bescheid zu geben – nicht antreten konnte. So eine kurzfristige Absage ist ärgerlich, auch wenn der Umweg ganz gering war für uns. Auf dem lustigen wie idyllischen kleinen Platz im durch Schloss und Kirche sehenswerten Dorf Schochwitz schauten wir noch die letzten Minuten eines Frauenkreisligaspiels an. TSV Schochwitz II verlor mit 0:1 gegen Blau-Weiß Farnstädt (erste Mannschaft). Die Liga wird übrigens mit 8 gegen 8 auf Kleinfeld ausgetragen. Das Tor war leider schon gefallen, aber der ein oder andere gute Zweikampf und der einzige Mann auf dem Platz – nämlich der Schiri – sorgten noch für etwas Unterhaltung. Bei den Kerl konnte man echt schon den Kalk rieseln hören, aber für Frauenkreisliga reicht es meistens, wenn auch der Schochwitzer Trainer ziemlich tobte wegen der vielen zweifelhaften Entscheidungen, die allein in den 10 Minuten, die war sahen, vom Unparteiischen getroffen worden.

Egal. Wir kommen wieder! Nächste Saison ist Schochwitz einer der ersten Grounds, den wir besuchen wollen. Also bis August oder September! Nächste Woche gibt es einen anderen interessanten Ground im Saalekreis zu sehen.
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Statistik:
Ground Nr. 430 (ein neuer Ground; diese Saison: 99 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.012 (diese Saison: 154)
Tageskilometer: 80 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.390 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.420 Fahrrad/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 200

Samstag, 29. Mai 2010

W200III: Bei einem schattenlosem Dorffußballplatz und so einem Spiel pennt man fast ein...

SG Dölbau II 1:0 TSV Schwarz-Weiß Zscherben II
Samstag, 29. Mai 2010 – Anstoß 13.00
2. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (12. Liga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 1:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:0
Tor: 1:0 weiß ich nicht
Verwarnungen: mindestens 2x Gelb für SGD
Platzverweise: 2x Rot für TSV (70. (Nr. 7; angeblich grobes Foul?), 90. (Nr. 9; keine Ahnung, für was das war))
Spielort: Sportplatz Kleinkugel/ Am Umspannwerk (Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon mind. 2 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Nur 2. Halbzeit gesehen: am unterhaltsamsten war der überforderte Heimschiedsrichter)

SG Dölbau 3:0 SV Tura 90 Beesenstedt
Samstag, 29. Mai 2010 – Anstoß 15.00
Kreisliga Saalekreis (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 3:0 nach 93 Min. (47/46) – Halbzeit 3:0
Tore: 1:0 10. (Nr. 10), 2:0 61. (NR. 4), 3:0 82. (Nr. 14)
Verwarnungen: Nr. 4 und Nr. 9 (SGD)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Kleinkugel/ Am Umspannwerk (Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,0/10 (Langweilig!)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624161714186/detail/

Die SG Dölbau ist der Verein des 1.100-Einwohnerdorfes Dölbau, das ein Teil der künstlich zusammengelegten Gemeinde Kabelsketal ist. Ein Ortsteil dieses Ortsteils Dölbau wiederum, ist Kleinkugel, wo hinter dem kleinen Umspannwerk ein völlig gesichtsloser Dorffußballplatz liegt. Der freundliche Mann an der Kasse erklärte uns auch schnell, dass die Pappeln, die bei unserem letzten Besuch noch den Platz beschatteten, vor kurzer Zeit abgesägt werden mussten – die haben leider keine lange Standsicherheit – und jetzt durch eine ganze Menge junger Linden ersetzt wurden. Diese Bäumchen geben aber leider keinen vernünftigen Schatten – bei einem angenehm warmen und sonnigen Tag, ist das trotz aller Schönheit des Wetters aber nervtötend, da die heiße Sonneneinstrahlung einen nur schläfrig macht.

Beim ersten Spiel war dieser Punkt zwar nicht so problematisch – aber beim zweiten Kick war man echt kurz vorm Einschlafen. Dabei war das erste Spiel zwei Klassen tiefer und der 5. spielte gegen den 4. In der zweiten Halbzeit, zu der wir am Sportplatz ankamen, war das einzige Tor schon gefallen und das Spiel lief optisch eher zu Zscherbener Gunsten. Die Schwarz-Weißen wurden aber vom jungen Dölbauer Schiedsrichter – dieser war nur zur Not eingesprungen, was er hoffentlich nie wieder tut – massiv benachteiligt. Was der Kasper in der 70. Minute da als Tätlichkeit oder grobes Foul des Zscherbeners gesehen haben will, war eine Lachnummer. Als Alibiaktion gab er einem der Dölbauer gleich noch Gelb wegen Meckern. Die Zscherbener hatten trotzdem mehr Angriffe aufs Tor der Gastgeber, konnten das 1:0 jedoch nicht ausgleichen. In der Schlussminute drehte der Un(?)parteiische noch völlig hohl und stellte einen zweiten Gästespieler vom Feld. Die Zscherbener nahmen es gelassen und gingen mit Kommentaren wie „Ach lassen wir’s: der hatte doch ein schwarzes Trikot [wie die Dölbauer Fußballer] unterm Schirihemd. Ist doch sinnlos!“ Aber gegen derartig unberechtigte Platzverweise, die auch noch Sperren nach sich ziehen, sollte man auf jeden Fall beim Sportgericht Protest einlegen. Je nach dem, wie die erste Halbzeit verlief, protestiert man am besten gleich gegen die Wertung des Spiels. Ob Oberforderung oder böser Wille, will ich hier mal nicht entscheiden.

Beim Hauptspiel gab es dann – leider – keine Aufreger. Die hätte es auch nicht gebraucht, wenn Dölbau das ganze Spiel über so gespielt hätte, wie sie es in den ersten 15 Minuten taten: das war echt gut, technisch O.K. und vor allem offensiv und schnell. Nach 10 Minuten auch ein klasse Treffer zum 1:0. Aber danach schlief das Spiel ein. Bis zur Pause hatte Beesenstedt, die als 7. gegen den 3. nicht so unterlegen hätten sein dürfen, nicht eine richtige Torchance. Nach dem Seitenwechsel sah es etwas besser aus, aber dafür kassierten sie gleich zwei Tore. Diverse kläglichst vergebene Torschüsse und ein Abseitstor noch für Dölbau und das Spiel war vorbei. Aber das 3:0 war ja wohl genug.

Morgen schauen wir mal in Beesenstedt vorbei: bei der der II. Mannschaften, in der untersten Spielklasse. Hoffentlich wird das unterhaltsamer. Das letzte Spiel in der 3. Kreisklasse (Krosigk gegen Oppin II 9:4) war es jedenfalls!
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Statistik:
Ground Nr. 429 (kein neuer Ground; diese Saison: 98 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.010 und 1.011 (diese Saison: 153)
Tageskilometer: 40 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.310 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.340 Fahrrad/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 5
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 200

Freitag, 28. Mai 2010

W200II: Siegtor in der Schlussminute an der Merseburger Straße

TSV Eintracht Lützen AH 4:3 TSV Leuna 1919 AH
Freitag, 28. Mai 2010 – Anstoß 18.00
Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: 4:3 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit 2:1
Tore: 0:1 4. Franz Motz, 1:1 15. Nr. 11, 2:1 23. Heiko Hunoldt (Eigentor), 2:2 42. Ingo Witzel, 3:2 46. Nr. 11, 3:3 62. Ingo Witzel, 4:3 70. Nr. 14
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportgelände Merseburger Straße (Kap. 1.200, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Zwei ebenbürtige Mannschaften lieferten sich ein spannendes Spiel)
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Photos and English Version:
Lützen vs Leuna – and: Lützen Town

Lützen ist hauptsächlich für seine historische Bebauung und das Denkmal für den hier gefallenen Schwedenkönig Gustav Adolf bekannt. Dieser führte im Dreißigjährigen Krieg die protestantischen Truppen. Von den 7.500 Einwohnern die Lützen heute hat, sind über 400 im TSV Eintracht Lützen organisiert, wobei die Fußballabteilung eine wirklich respektable Zahl von zwei Männer-, einer Altherren-, einer Frauen- und fünf Jugendmannschaften hat.

Sehr schön ist das Stadion: mit einer kleinen, überdachten Tribüne aus Zement und Holz, die in den Vereinsfarben blau-gelb (ich würde denken, dass die Farben in Anlehnung an die schwedische Vergangenheit des Ortes so gewählt wurden) gestrichen ist. Auch zwei Metalltafeln mit dem Vereinswappen wurden angebracht. Außerdem wurden noch ein paar Bänke in anderen Bereichen der Sportanlage montiert. Die fast rundherum gehenden hohen Bäume geben viel Schatten und Regenschutz.
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Die erste Männermannschaft spielt Kreisoberliga und die Alten Herren Freundschaftsspiele. Diese Saison sahen die Ergebnisse nicht so toll aus: ein 3:1 gegen Günthersdorf, ein 2:2 gegen Muschwitz, 1:1 gegen Großkorbetha, 0:1 in Uichteritz verloren und 1:2 gegen Rot-Weiß Weißenfels den Kürzeren gezogen. Heute gerieten sie schnell mit 0:1 in Rückstand, da Franz Motz nach einer geschickten Flanke von rechts genau richtig zum Einnetzen stand. Doch Lützen erhöhte danach bald den Druck und ein Konter und ein von einem Leunaer abgefälschter Schuss ins Tor später, führte Lützen schon 2:1.

Nach der Pause glich Witzel zwei Mal gekonnt aus: einmal zum 2:2 und nach einem erneuten Treffer der Gastgeber auch zum 3:3. Das wäre ein gerechter Endstand gewesen, doch Lützen hatte am Schluss dann doch ein bisschen mehr Glück und überlief die Leunaer Abwehr zum 4:3-Siegtreffer. Beide Mannschaften haben die 70 Minuten über weitestgehend wirklich ansprechenden – vor allem technisch sehr guten – Fußball gespielt. Auch einige Torraumszenen, die nicht zu einem Torerfolg führten, waren zu sehen und einige Spieler hängten sich erfreulich ernsthaft rein.

Auch wenn Leuna diesmal der Unterlegene war, war das wieder eine sehr schöne Auswärtsfahrt.
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Statistik:
Ground Nr. 429 (ein neuer Ground; diese Saison: 98 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.009 (diese Saison: 151)
Tageskilometer: 40 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.270 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.300 Fahrrad/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 200

Montag, 24. Mai 2010

W200I: Erneut überraschender Punktgewinn für TSV II – und: Dreck-am-Stecken-Syndrom bei Buna Schkopau

TSV Leuna 1919 II 2:2 VfL Querfurt
Montag, 24. Mai 2010 – Anstoß 11.00
Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit 0:2
Tore: 0:1 3. (?), 0:2 35. Martini, 1:2 63. Schmidt (Foulelfmeter), 2:2 87. Pires (Handelfmeter)
Verwarnungen: Pires, Hunold, Grulich (TSV), Otto (VfL)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 25 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Das Spiel schien entschieden, doch Leuna sorgte mit Kampfgeist für sehr spannende letzte 30 Minuten)

Merseburger SV Buna Schkopau 6:1 SpVgg Weißenschirmbach-Vitzenburg 1999
Montag, 24. Mai 2010 – Anstoß 14.00
1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 6:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 3:0
Tore: 1:0 8. Nr. 5, 2:0 39. Nr. 11, 3:0 40. Nr. 7, 3:1 64. Nr. 11, 4:1 67. Nr. 9, 5:1 85. Nr. 10, 6:1 87. Nr. 9
Verwarnungen: Nr. 3 (MSV), Nr. 3 (SpVgg)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadtstadion, Platz II (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Aufbau... äh: Buna hat guten Fußball gespielt, Weißenschirmbach war chancenlos – große Anerkennung für Auf... ach ja: Buna hab ich aber nicht übrig)
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Photos and English Version:
TSV Leuna II vs Querfurt
MSV Buna vs Weißenschirmbach

Ich weiß nicht, ob die Vollpfosten bei der Wettervorhersage besoffen waren oder ob
es wirklich so schwer ist, das Wetter 12 Stunden im Voraus anzukündigen. Da aber nicht nur die Wettervorhersage derartig schlecht und zudem auch noch am Morgen Regen gefallen war, was die regnerische Vorhersage glaubhaft erscheinen ließ, sondern ich auch noch erkältet war, war es naheliegend, statt in Rötha nur in der direkten Umgebung zu gucken. Und Leunas zweite Mannschaft spielte ja zum Glück ein wichtiges und interessantes Spiel zuhause im Stadion des Friedens.

Heute war der Tabellenführer zu Gast und Leuna somit – wie in Zscherben beim vorletzten Spiel auch – wieder in der Rolle des Underdogs. Querfurt legte auch gleich los und erzielt nach knapp drei Minuten per Kopf das 1:0. Eine halbe Stunde später gelang Querfurt unter gütiger Mithilfe unseres Torwarts das 2:0.

Bis zur 60. hatte Leuna nicht eine richtige Torchance, aber Torwart Melzer massig Zeit, seinen Fehler wieder auszubügeln: die Paraden, die er jetzt zeigte, ließen den groben Aussetzer in der 35. vergessen. Wie gesagt kam so ca. in der 60. die Wende des Spiels, als Querfurt enorm abbaute. Die waren zwar alle mal besser als der Zweitplatzierte Zscherben, aber jetzt gerieten sie ins Straucheln: nach 67. Minuten ein Foul an Hase und Rene Schmidt verwandelt den fälligen Elfmeter ganz sicher zum 1:2 Anschlusstreffer. Leuna war in der Folgezeit aktiver, wenn auch Querfurt immer wieder den ein oder anderen gefährlichen Angriff aufs Gastgebertor brachte. Kurz vor Schluss gab es dann eine ganz brenzlige Situation: einem Querfurter wird im eigenen Strafraum an die Hand geschossen – der Schiri pfeift Elfmeter. Rene Schmidt wurde aber kurz zuvor ausgewechselt. Nun gut: dann musste halt Joao Pires ran, der im Spiel ständig zugestellt war und dadurch kaum in Erscheinung trat, der dann aber auch zeigte, wie ein Elfmeter auszusehen hat. 2:2!

In der 90. Minuten landete der Ball noch einmal im Querfurter Tor, doch der Schiri hatte zuvor ein Foul gesehen. Das war aber möglicherweise eher vom Querfurter, als umgekehrt. Aber egal, denn schon dieser eine Punkt war äußerst respektabel (es verstärkten nur drei Spieler der ersten Mannschaft unsere Zweite) – und 2:2 war der aufgrund des starken Abbaus der Querfurter - aber auch der damit einhergehenden kämpferischen Leistung der Leunaer - verdiente Endstand. Jetzt heißt es für Leuna II mit einem Sieg gegen Löbejün an Teutschenthal vorbeizuziehen, um den Abstiegsplatz – es steigen doch vier Mannschaften ab, weil man die Ligastärke reduzieren will; im letzten Bericht kam nicht rüber, weil ich vor zwei Wochen noch eine veraltete Regelung im Kopf hatte – zu verlassen.

Für Querfurt heißt es, den perversen Spielplan durchzustehen, um nicht doch noch den ersten Platz an Zscherben zu verlieren: 6 Spiele in 12 Tagen durch die Schwachsinnsvorgabe, vor der WM 2010 die Saison zu Ende zu spielen!
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Da es terminlich gut lag, fuhren wir zum Merseburger SV Buna Schkopau, einem Verein, der neben der merseburger und schkopauer Komponente nun auch einen halleschen Teil aufweisen kann. Vor allem durch die hallesche Beteiligung sind sie Tabellenführer – die Gäste aus Weißenschirmbach – die mit ihrem Nachbarort Vitzenburg zusammen spielen –, einem zu Querfurt gehörenden 1.000-Einwohnerdorf, wo ich schon etliche Male mehr oder weniger gute, aber immer interessante Spiele gesehen habe, sind 7. von 14, was für die junge Mannschaft wirklich respektabel ist. Respektabel auch der Punktgewinn in dem erst vor zwei Wochen ausgetragenen Nachholspiel aus der Hinrunde gegen eben jenen MSV Buna: Schirmbach spielte da 1:1.

In diesem Spiel heute hatten sie leider keine Chance: das 1:0 fiel recht früh und ein Doppelschlag kurz vor der Pause entschied das Spiel. Zwar erzielte Weißenschirmbach mit ihrer dritten Chance im Spiel (die 1. in der 30. Minute, die 2. in der 50.) den Ehrentreffer, doch Schkopau schaffte es dann, noch drei weitere Tore durch schönen, guten, druckvollen Offensivfußball zu erzielen, wobei die guten Chancen (allein die Latten- und Pfostentreffer) auch für 10 bis 12 Tore gereicht hätten.

Das Spiel war nicht wirklich interessant, doch interessant sind die Hintergründe zu diesem Spiel bzw. zum Gastgeber. Eigentlich gäbe es die Fußballabteilung von MSV Buna unter normalen Umständen nicht im Spielbetrieb. Der Spielermangel vor der Saison war enorm und im Juni und Juli hörte man überall während der Saisonvorbereitung auf den Fußballplätzen des Kreises von den Insidern: Saline Bad Dürrenberg und Buna Schkopau treten nicht mehr an. Erstere mussten leider wirklich den geregelten Spielbetrieb aufgeben, letztere jedoch erhielten Verstärkung aus der Stadtoberliga Halle. Auf der Website von Buna findet man die Namen von neun ehemaligen Spielern von Aufbau Tasmania, die wegen einer Spielabsprache – die gab es zwar mehrfach in den letzten Spielzeiten in der halleschen Stadtoberliga, aber Aufbau Tasmania stellte sich am blödesten an – erst zwangsrelegiert, dann völlig schwachsinnig vom Landesverband wieder eingegliedert wurden und nach dem entsprechend harten Protest von Stadtverband und gegnerischen Mannschaften aus der Stadtoberliga zurückzogen. Die Selbstreinigung bei Aufbau Tasmania, die jetzt in der Stadtklasse spielen, hat funktioniert. Außerdem gab es ein paar Sperren – und Buna kann sich freuen, die nicht gesperrten Spieler in Hülle und Fülle von Aufbau bekommen zu haben.

Ein besonders fähiger Schwung von Spielern kam nach der Halbserienpause. Seitdem räumt Buna reihenweise die Gegner vom Feld. Man muss ihnen auch wirklich lassen: sie spielen gut und attraktiv – und weil da etwas schief gelaufen ist in der Vergangenheit und vor allem ihr Trainer ein oder mehr Spiele verzockt hat, muss man diese guten Spieler nun wirklich nicht am Fußballspielen hindern. Doch der Beigeschmack der massiven Wettbewerbsverzerrung bleibt dann doch. Wie Red Bull „Leipzig“ mit enormen Finanzmitteln im Halbprofibereich der Oberliga den Wettbewerb erfolgreich verzerrte, so schafft Buna es ohne nennenswerte Geldmittel mit Amateurspielern, die eigentlich nicht in diese 1. Kreisklasse gehören. Für die beiden Roßbacher Zuschauer war es natürlich ärgerlich, da ihre Mannschaft nun zum dritten Mal in Folge knapp am Aufstieg scheitern wird – und dass sie die starke Leistung der Schkopauer/ Merseburger/ Hallenser Spieler ungern und nur zähneknirschend würdigten, kann ich absolut nachvollziehen.

Was bei mir nicht nur Zähneknirschen, sondern eher Zähnefletschen hervorruft, sind Typen wie der MSV Buna-Abteilungsleiter: der spielt sich als Ordner auf und bepöbelt den Schiri – trotz seiner Ordnerbinde (mit der entsprechenden Verantwortung) am Arm – und will mir dann nach 75 Spielminuten weis machen, dass ich eigentlich fürs Fotografieren vorher eine Genehmigung hätte einholen müssen oder eine Pressekarte. Der Schwachsinn kam mir bekannt vor. Woher? Von Aufbau Tasmania, wo man mir dasselbe vorhielt, aber dann nach entsprechendem Konter von mir schnell den Schwanz einzog. Man hatte mich einfach fälschlich für einen Schnüffler vom Platzbesitzer oder auch einen Pressevertreter gehalten. Vor letzteren hatte Aufbau Tasmania Angst, da ihr Betrugsfall – nicht immer so differenziert – durch die Lokalmedien ging. Vor Presse oder ähnlichen Organen scheint man auch bei Buna Angst zu haben. Aber eigentlich weis jeder, den es interessiert, von den Hintergründen bei Buna Schkopau. In der Kreisklasse hat das jeder – von Weißenschirmbach bis Blösien und von Rossbach bis Delitz am Berge – unlängst mitgekriegt, wobei niemand Boykottaktionen oder Attacken in Erwägung zieht, sodass Buna eigentlich gar keinen Grund hat, vor jeder Kamera derartig neurotische Angst zuhaben. Aber derlei Aktionen wie diese Unterredung mit dem Abteilungsleiter, der erfolglos versuchte meinem Vater – einem Juristen – mit erfundenen Paragraphen (würde es den herbeiphantasierten Paragraph geben, dann wäre er ein Widerspruch zum Zivilrecht, was das Fotografieren bei Massenveranstaltung wie jeglicher Art von Sportevents uneingeschränkt [inklusive der nicht-kommerziellen Veröffentlichung] erlaubt) beizukommen, zeugen von dem klassischen und sehr unangenehmen Dreck-am-Stecken-Syndrom. Zu verbergen haben sie sicherlich nichts. Zumindest nichts Ernstzunehmendes. Aber so ganz wohl scheint es Buna nicht zu sein in ihrer Haut. Dieser Umstand macht das von dem Roßbacher Fan vorgezeichnete Szenario noch wahrscheinlicher: „...die neun Aufbau Tasmania Spieler verlassen den Verein MSV Buna Schkopau nach der Saison und gehen zu einem höherklassigen Klub. Mal sehen, wie Buna da noch eine Mannschaft in der Saison 2010/ 2011 melden will.“

Und selbst wenn sie eine melden würden: von 79 in der MSV-Torstatistik verzeichneten Treffern, wurden 52 von Aufbau Tasmania-Spielern erzielt. Ohne nennenswerte Verstärkung – und wo sollte diese herkommen? – dürfte Buna ohne ihre Hallenser in der Kreisliga aufgeschmissen sein. Ich wünsche schon mal viel Spaß bei Niederlagen in Nempitz, Klobikau und Kötzschau! Vielleicht fotografiere ich euch da mal bei einem der Spiele...
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Statistik:
Ground Nr. 428 (kein neuer Ground; diese Saison: 97 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.007 und 1.008 (diese Saison: 150)
Tageskilometer: 20 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.230 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.260 Fahrrad/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 200

Samstag, 22. Mai 2010

W199II: Nachdem Buna und PSV mein 88. Spiel ohne 0:0 spielten, schafften es 22 Bennstedter und Dessauer Hornochsen nicht, auch nur eine Bude zu machen

SG Buna Halle-Neustadt II 4:3 Polizei SV Halle
Samstag, 22. Mai 2010 – Anstoß 12.00
Stadtliga Halle (10. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 4:3 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit 1:2
Tore: 1:0 5. Nr. 11, 1:1 19. Nr. 14 (?), 1:2 34. Nr. 10, 1:3 62. Nr. 8, 2:3 66. Nr. 11, 3:3 77. Nr. 4 (?), 4:3 90. Nr. 4
Verwarnungen: Nr. 3 (Buna); Nr. 12, Nr. 3 (PSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Buna-Stadion Lilienstraße (Kap. 2.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 16 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Flottes, spannendes Spiel mit überraschender Wendung)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623989894541/detail/

In Halle-Neustadt gibt es mit den Sportanlagen im Bildungszentrum ein paar wirklich schöne Sportstätten, doch das Stadion in der Lilienstraße macht auch etwas daher mit seiner siebenreihigen Haupttribüne, der fünfreihigen und viel schmaleren Gegentribüne und vor allem dem vielen Grün: Bäume hinter beiden Tribünen und vor der Haupttribüne eine Hecke als Fanzaun. Macht doch viel mehr her, als ein Metallzaun! Bei rabiateren Fanszenen kann man ja statt Buchsbaum Säulenkakteen nehmen...

Buna II steht als Drittletzter knapp vor den Abstiegsplätzen, der Polizei SV im Mittelfeld, weswegen man von einem Sieg der Gäste ausgehen konnte. Die Polizisten legten auch gleich offensiv los, wobei nach drei vergebenen Chancen die Buna-Spieler mit ihrem ersten Angriff gleich ihr erstes Tor erzielten. Schön heraus gespielt! Nach und nach baute der Polizei SV allerdings größeren Druck auf, traf auch mal den Pfosten und die Latte und konnte dann nach 20 Minuten den Ausgleich verzeichnen. Das 1:2 fiel auch noch vor der Pause.

Der PSV schien nach einer Stunde im Soll, als sie nach einer ausgeglichenen Phase des Spiels die Führung auf 1:3 ausbauten. Auch nach dem Anschlusstreffer, den Buna nur fünf Minuten später erzielte, hätte man nicht mit diesem furiosen Ausgang gerechnet: eine Viertelstunde vor dem Ende lag der Ball plötzlich zum 3:3 im Tor. Dann warf Buna alles nach vorne, traf spektakulär die Latte, den Pfosten aus spitzem Winkel und wurde schließlich in der 90. Minute für ihren Mut belohnt: einige Meter vorm Strafraum zog ein Buna-Spieler ab und traf halbhoch ins Eck. 4:3 war der nicht unverdiente Endstand in einer Partie zweier insgesamt gleichstarker Mannschaften.

Wir brauchten dann fast eine Dreiviertelstunde, um von Halle-Neustadt nach Bennstedt zu kommen. Dass, was uns dort geboten wurde, ist eigentlich keinen Bericht wert. Aber auch solche Scheiße muss kommentiert werden. Der folgende Bericht ist entsprechend reich an Kraftausdrücken, die aber eigentlich noch zu lasch sind. Diese beiden Mannschaften haben von den Spielanlagen her nichts in der Landesliga zu suchen.
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FSV Bennstedt 0:0 SV Dessau 05
Samstag, 22. Mai 2010 – Anstoß 15.00
Landesliga Süd (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 0:0 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit 0:0
Tore: keine - bei der scheiß Leistung auch kein Wunder!
Verwarnungen: Seifert, Lindeke (FSV); Görmer (SV 05)
Platzverweise: da wären eigentlich 22 fällig gewesen!
Spielort: Sportanlage an der Eisdorfer Straße, Platz II (bzw. Sportstätte an der alten B80, Platz II: Kap. 1.100, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 0,0/10 (Was für ein Scheißspiel!)

Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624114361140/detail/

Die Sportanlage in Bennstedt macht weit weniger her, als die von Buna: auf dem Graswall von Platz I, den wir vor ein paar Jahren bereits besucht hatten, steht mittlerweile eine mickrige Tribüne mit 66 überdachten Schalensitzen. Auf deren Boden tun sich Fugen und Risse auf, was nicht sehr Vertrauen erweckend aussieht. Aber dass das Spiel auf Platz II, der auf der anderen Seite des Graswalls liegt und keine Besonderheiten aufweisen kann, ausgetragen wurde, hat nichts mit der verpfuschten Tribüne zu tun, sondern mit dem – offensichtlich seit Monaten – abgesoffenen Teil des Hauptplatzes.

Bennstedt ist Fünfter und Dessau, die nur deshalb in der Landesliga spielen, da sie bankrott gegangen sind, Zweiter. Für die 3€ Eintritt, die nur von knapp 100 Leuten bezahlt wurden (eine schwache Anzahl!), wurde einem also ein Spitzenspiel angekündigt. Mit Spitze hatte dieses lahme, unbedarfte, beschissene, an Technik mangelnde und an Harmlosigkeit und Dilettantismus vorm Tor kaum zu überbietende Gekicke aber nichts zu tun. Nach einem Spiel zwischen Motor Halle und Halle 96 III (1:0) und Hallescher FC – Meuselwitz (0:0) war das das drittschlechteste Spiel, was ich je gesehen habe. Wie es Dessau auf Platz 2 geschafft hat, will ich ja mal wissen, wenn ich diese Freistoßtechnik (Bogenlampe auf gut Glück in den Strafraum, die stets in den Armen des Torwarts von Bennstedt landete) sehe. Auch Bennstedt hatte absolut kein Niveau. Die erste Halbzeit über machten sie etwas Druck, scheiterten aber an ihrer tuntenmäßigen Schusstechnik. In der 90. dann der absolute Tiefpunkt, als der Dessauer Fliegenfänger eine schwache, als Torschuss gedachte Flanke abklatschet und ein Brachstedter fünf Meter übers halbleere Tor schoss.

Schlimm war aber auch, dass Dessau dauernd gemotzt hat – vor allem der arrogant am Schiedsrichter rummeckernde Trainer, der dann hoffentlich auch seine Mannschaft zur Sau gemacht hat – und versuchte Elfmeter zu schinden, indem sie nach einem Pressschlag oder Tritt gegen den Gegner schreiend Elfmeter fordernd zu Boden gingen. Nichts können außer rummaulen!

Nach Abpfiff feierten sich die Bennstedter übrigens mit Kreisgehüpfe und „oh wie ist das schön“ auch noch selber! Jungs, seid doch mal ehrlich: ihr habt doch echt den Arsch offen, zu feiern! 90 Minuten lang eine einzige Beleidigung für die Zuschauer zu zeigen und sich dann auch noch toll zu fühlen, weil man einen Punkt geholt hat! Wenn 22 wie besoffenen über den Platz trottende Hornochsen es nicht fertig bringen, wenigstens ein Tor zu erzielen, hat einfach niemand zu feiern! Sowas ist eine Beleidigung für die Zuschauer!
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Nächsten Montag gibt es dann sicherlich mehr Tore zu sehen. Da kann ich ja dann eine dritte Rekordserie was Nicht-0:0-Spiele angeht starten. 88 war die zweitbeste, 101 mein absoluter Rekord.

Statistik:
Ground Nr. 428 (ein neuer Ground; diese Saison: 97 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.005 und 1.006 (diese Saison: 148)
Tageskilometer: 60 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.210 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ 3.240 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 0
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 199

W199I: Am Ende sicherte die ausgleichende Ungerechtigkeit den gerechten Ausgleich

SG Blau-Weiß 1921 Brachstedt 1:1 SV Romonta 90 Stedten
Freitag, 21. Mai 2010 – Anstoß 19.00
Landesliga Süd (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 1:1 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit 0:0
Tore: 1:0 55. Jebock, 1:1 74. Nr. 11
Verwarnungen: Märker (?), Kuka, Reza, Lichtner (Brachstedt); Nr. 2 (Stedten)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage Brachstedt (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 140 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes, schnelles und sehr spannendes Spiel)
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Photos and English Version:
http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624109608646/detail/

900-Einwohner-Käffer wie Brachstedt, ein Ortsteil der Gemeinde Petersberg, wenige Kilometer nördlich von Halle/ Saale, spielen normalerweise Kreisliga oder -klasse, doch es gibt immer wieder Ausnahmen mit erstaunlich talentierten Mannschaften, die es in die oberen Amateurklassen oder gar noch höher schaffen. Stedten, derzeit Tabellendritter, mit seinen 1.000 Einwohnern ist so ein Fall und auch Brachstedt spielt mit seiner Sportgemeinschaft Blau-Weiß im vorderen Mittelfeld der Landesliga, also der zweithöchsten Amateurspielklasse mit. Dem muss man wirklich Respekt zollen!

Eine Ansetzung am Freitagabend muss man auch positiv hervorheben. Da Leunas Alte Herren heute kein Spiel hatten, war die Terminierung ideal: für mich ein neuer Verein – und neuer Ground. Nur leider ist dieser Ground für einen Landesligaplatz extrem dörflich und fade – und selbst für einen Kreisligaplatz ist der Sportplatz Brachstedt mäßig. Auf zwei Seiten Bäume, auf einer billige Hütten und auf der vierten ein mit Gestrüpp begrenztes Feld. Die landschaftliche Lage und die Infrastruktur des Platzes lassen auch sehr zu wünschen übrig.

Aber dafür war das Spiel gut: von Beginn an schnell, wobei die Gäste aus Stedten – eine der beiden Betriebssportgemeinschaften vom Montanwachswerk Romonta – die Gastgeber für 15 Minuten völlig einschnürten. Danach war das Spiel ausgeglichen und zwischenzeitlich auch völlig sauber geführt. Doch die harten Zweikämpfe der ersten Viertelstunde von Brachstedt waren nicht übertrieben wild. Zur Pause stand es leider auch noch 0:0.
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In der zweiten Halbzeit hatten dann die wenigen Zuschauer mehr Grund, sich mit lautstarken Zwischenrufen bemerkbar zu machen: nach 10 Minuten in Hälfte zwei lag der Ball im Tor der Gäste. Laut Programm müsste Thomas Jebock getroffen haben. Immerhin also wurde ein Programmheft ausgegeben, wenn man schon keinen Stadionsprecher – in der Klasse eigentlich ein Unding – hat. Der Torschütze umkurvte jedenfalls schön den Gästetorwart. Danach machte Stedten allerdings wieder mehr Druck und war drauf und dran den Ausgleich zu machen, was Brachstedt immer wieder zu Fouls nötigte. Besonders hervorzuheben ist das grobe Einsteigen des 15ers von Brachstedt, der von hinten angeflogen kam, als ein schnellerer Stedtener den Ball im Mittelfeld nach vorne trieb. Eine völlig berechtigte gelbe Karte, die auch eine Rote hätte sein können – zumal der Stedtener nicht weiter spielen konnte.

Als besagter Gästespieler noch zur Behandlung draußen war, gelang der Ausgleich. Mit einem Mann weniger! Der unerfahrene Torwart war daran nicht ganz unschuldig. Aber der Treffer war zu diesem Zeitpunkt auch wirklich verdient. Kurz darauf gelangte der Ball nochmals in den Kasten der Gastgeber, doch eine zweifelhafte Abseitsentscheidung entzog dem aus einem Meter Abstand erzielten Treffer seine Gültigkeit. Noch krasser war dann die Szene in der 89. Minute. Bei so etwas ist es echt scheiße, Schiedsrichter zu sein. Weicheier, die bei jeder Pöbelei gleich das Weite suchen, sind bei diesem harten Hobby bzw. Job so wie so fehl am Platze, aber bei so einer Szene wie hier kurz vor Schluss, kann man als Schiri nur hoffen, dass das Publikum vernünftig bleibt. Hier wurden aber auch nur Sachen wie „Schieber“, „Penner“ und „Das war Rot, du Spinner!“ gut hörbar gerufen. Was passiert war? Nun, der 15er von Brachstedt – der, der 15 Minuten zuvor einen Gegenspieler grob gefoult hatte – rennt aufs Tor zu und wird vom 2er von Stedten auf der Strafraumgrenze voll von den Beinen geholt. Ich bin mir zu 90% sicher, dass das ein Elfmeter war und zu 100%, dass der Gelbbelastete hier hätte fliegen müssen. Aber der Schiedsrichter dachte irgendwie an das nicht gegebene Tor und an die zu lasche Bestrafung des (hier ausnahmsweise mal) Gefoulten und entschied auf Freistoß statt Elfmeter und eine mündliche Ermahnung für den Stedtener. Der Freistoß brachte nichts ein und kurz darauf wurde auch schon abgepfiffen, sodass ich nur die Überschrift noch mal unterstreichen kann, denn am Ende sicherte die ausgleichende Ungerechtigkeit (Stedten ein Tor fragwürdigerweise aberkannt und ein Brachstedter nicht vom Feld gestellt gegen einen Elfmeter für Brachstedt verweigert und einen Stedtener nicht vom Feld gestellt) den gerechten (gerecht deshalb, da beide Mannschaft doch über das gesamte Spiel gesehen gleichwertig gewesen waren) Ausgleich.
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Statistik:
Ground Nr. 427 (ein neuer Ground; diese Saison: 96 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.004 (diese Saison: 146)
Tageskilometer: 70 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.150 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ 3.180 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 87
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 199

Sonntag, 16. Mai 2010

W198IV: Kreisklasse in Krosigk

SG Krosigk 9:4 VSG Oppin II
Sonntag, 16. Mai 2010 – Anstoß 13.00
3. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 3 (13. Liga, 7. Amateurliga/ unterste Spielklasse)
Ergebnis: 9:4 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 2:2
Tore: 1:0 9. [Nr. 9], 1:1 27. [Nr. 12], 2:1 28. [Nr. 10], 2:2 29. [Nr. 9], 3:2 54. [Nr. 9], 4:2 58. [Nr. 9], 5:2 66. [Nr. 6], 6:2 69. [Nr. 11], 6:3 75. [Nr. 7], 7:3 78. [Nr. 9], 8:3 81. [Nr. 10], 9:3 82. [Nr. 9], 9:4 83. [Nr. 3]
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage Krosigk (Kap. 750 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Das ist die Kreisklasse, wie man sie gerne sieht)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623948627323/

Nach einer Saison Abstinenz tritt die Sportgemeinschaft aus dem 800-Einwohner-Dorf Krosigk, einem Ortsteil der Gemeinde Petersberg, 15 Kilometer nördlich von Halle/ Saale, wieder zu Spielen in der untersten Spielklasse an. Der Verein hatte mehrere Spielzeiten lang sogar eine zweite Mannschaft, doch in der Saison 2007/ 2008 nur noch eine und vergangenen Saison 2008/ 2009 nicht mal mehr eine einzige gemeldet.

Bevor wir uns dem Spiel widmeten, fuhren wir in Krosigks nördlichen Ortsteil Kaltenmark, wo es eine Kirche und einen Gutshof gibt, und dann in den eigentlichen Ort, wo es ein paar kleine Sehenswürdigkeiten gibt: 1. eine restaurierte Windmühle auf einem bewaldeten Hügel am Ortsrand, 2. eine schöne – heute als ordentliches Restaurant genutzte – Wassermühle, 3. eine Kirche mit schiefergedecktem Turm, die nur über eine steile Treppe erreichbar ist und 4. schließlich auch die Burg Krosigk, von der allerdings nur der Bergfried so richtig gut erhalten ist, während die umliegenden Gebäude nicht als solche aus der Gründungszeit der Burg (um 1100) erkennbar sind. Ansonsten kann man zu diesem Ort nur sagen, dass er ein wirklich schönes Dorf ist. Viele – auch in der näheren Umgebung liegende – Dörfer sind nicht annährend so attraktiv, wie Krosigk. Selbst die Privathäuser sind in ordentlichem Zustand und die Anzahl gesichtsloser Neubauten ist auch sehr gering.

Von der Kirche aus muss man der Straße nach Osten zum Sportplatz, der rechter Hand auf einem Hügel auftaucht, folgen. Die Sportanlage besteht aus einer Hundesportstätte, einem Tennisplatz für den TC Krosigk, wo auch auf Amateurebene gespielt wird, ein Sportlerheim (da könnte auch die Tischtennisabteilung der SG, die Kreisliga und 2. Kreisklasse spielt, spielen) und zwei Fußballplätzen, wobei wohl nur der bizarre 100x45 Meter messende Platz I für den Spielbetrieb genutzt wird. Der andere Platz ist mit 100x55 Metern zwar viel normaler bemessen, aber so ein Platz, der länger ist als breit, hat schon was für sich. Platz II hat zwar einen Graswall und den etwas besseren Blick zum Petersberg mit Sendeturm und Kloster zu bieten, aber Platz I den dichteren Baumbestand. Auf jeden Fall eine schöne, idyllische Sportanlage!
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Nach dem Rückzug von Grün-Weiß Löbejün II, sind es nur noch neun Mannschaften in dieser 3. Staffel der 3. Kreisklasse. Krosigk als 8. mit drei Siegen nur vor Niemberg mit einem Sieg und einem Unentschieden. Der Gegner – VSG Oppin II – hat auch nur drei Punkte mehr und steht zwei Plätze vor den Gastgebern. Hier ein gutes Spiel zu erwarten, wäre vermessen. Aber schon allein das Umfeld war das Kommen wert; ein schöner Platz, dann nur ein Ordner da, der meinen Vater zum zweiten Ordner ernennt, da nach den haarspalterischen Regeln des DFB und seiner untergeordneten aber ebenso verkalkten Verbände selbst in der Kreisklasse bei 0 Zuschauern – oder eben bei kaum 15 Leuten, die heute kamen – die Mindestzahl von 2 Ordnungskräften gestellt werden muss – und dann verzögerte sich der Anstoß, weil noch ein paar Spieler aufs Klo mussten: Das ist halt die Kreisklasse, wie man sie kennt und liebt...

Nach nicht einmal zehn Minuten, lag der Ball auch trotz diverser Ballbehandlungsprobleme immerhin im Tor der Gäste. Bis zur 15. hatte nur Krosigk gespielt, dann kam Oppin auch mal über die Mittellinie und vergab ein paar Chancen. Der Ausgleich fiel nach weniger als einer halben Stunde und wurde postwendend von Krosigk mit einem erneuten Tor beantwortet. Dann verging wieder nur eine Minute, ehe Oppin II zum erneuten Ausgleich kam. Krosigk ging mit mehr vergebenen Chancen und mehr Spielanteilen, aber nicht mit mehr Toren in die Halbzeitpause.

Nach der Halbzeit brauchten die SG-Spieler wieder knapp 10 Minuten, ehe sie zum Torerfolg kamen. Wieder traf der blonde 9er, der sich als der beste Spieler auf dem Platz hervortat. Keine fünf Minuten später legte er auch schon nach. Beim 5:2 nach über einer Stunde Spielzeit, wollte ich mich noch nicht festlegen. Das könnte ja noch ein 5:5 geben, bei der Spielklasse! Aber in der 69. Minute hieß es 6:2. Jetzt schien alles klar zu sein. Doch dann kam Oppin noch einmal kurz zurück mit einem dritten Treffer. Innerhalb von vier Minuten jedoch gelangen den Krosigkern drei weitere Tore. Ein kurz darauf erzielter vierter Treffer der Gäste war nur noch Ergebniskorrektur. Der Schiedsrichter schaffte es in den letzten Minuten mit immer hohler werdenden Abseitsentscheidungen ein zweistelliges Resultat zu verhindern. Das kann man zum einen positiv sehen, da Oppin schon gestraft genug war, mit einer so deutlichen Niederlage, aber andererseits ist Krosigk ein so kleiner Verein mit so dünner Personaldecke (sie hatten nur die 11 Spieler, die auf dem Platz standen: weder Auswechsler, noch Trainer oder Betreuer – nur ein paar Freunde, die zuschauten), dass man ihnen nicht nur ein 9:4 oder 10:4, sondern auch ein 19:4 gegönnt hätte.

Wie dem auch sei: Krosigk hat nun einen respektablen 6. Platz inne, vor Oppin II, Kütten II und Niemberg II – und der LSG Ostrau II ist der Aufstieg nach dem 13. Sieg in Folge wohl nicht mehr zu nehmen. Stöbert man bei fussball.de etwas in den Ergebnissen der Krosigker, so findet man da, dass dieses 9:4 der höchste Sieg seit dem 4.5.2008, als sie 6:1 gegen Dölbau III gewannen, ist. Diese Saison siegte man nur drei weitere Male: 2:1, 1:0 und 1:4. Noch höhere Siege gab es seit 2002 (soweit reicht das fussball.de Archiv) immerhin 12 Mal in sieben Jahren. Am allerhöchsten waren dabei aber ein 11:1 am 10.6.07 bzw. 10:0 am 12.12.04 (jeweils gegen Lettewitz II) und ein 10:0 gegen Salzmünde II (13.6.04). Hoffentlich bleibt die SG Krosigk auch oberhalb des Freizeitfußballs (wenigstens in dieser 3. Kreisklasse) weiter am Ball, denn der Besuch in Krosigk war die 70, doch recht anstrengenden Fahrradkilometer absolut wert!

Statistik:
Ground Nr. 426 (ein neuer Ground; diese Saison: 95 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.003 (diese Saison: 145)
Tageskilometer: 70 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.080 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ 3.110 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 86
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 198

Samstag, 15. Mai 2010

W198III: Aufstiegs- und auch Abstiegskampf

TSV Schwarz-Weiß Zscherben 1:1 TSV Leuna 1919 II
Samstag, 15. Mai 2010 – Anstoß 15.00
Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 1:1 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit 0:0
Tore: 1:0 62. Marc Martin, 1:1 91. Rene Schmidt
Verwarnungen: Nr. 3, Nr. 9, Nr. 10 (?), Nr. 7 (Zscherben); Pires (?), Hunold (TSV II)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Zscherben (Kap. 1.030, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Zwar wenige Tore aber viele Torraumszenen und ein spannendes Spiel)
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Photos and English Version (2 Pages): http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624067305032/detail/

Die einen spielen um den Aufstieg in die Landesklasse, die anderen gegen den Abstieg in die Kreisliga: Schwarz-Weiß Zscherben ging als Tabellenführer (1 Punkt, aber zwei Spiele mehr als VfL Querfurt) und somit als ganz klarer Favorit in die Partie gegen die zweite Mannschaft des TSV Leuna 1919 (als 13. von 16 aufgrund der variablen Absteigerzahl auf dem ersten der möglichen Abstiegsplätze).

Zscherben spielt auf dem Sportplatz gegenüber der schönen Radballhalle. In dem kleinen Stadion gibt es außer 30 Plätze umfassenden Sitzbänken und ein paar Steinstufen nichts für den Stadienfreund interessantes, da die Lage zwischen Kleingärten, architektonisch wenig wertvollen Bauten und einer Bahnlinie ziemlich trostlos ist. Die anderen Teutschenthaler Sportanlagen – zumindest die von SV 1885, Eintracht und Holleben – sind besser.

Die ersten 20 Minuten war von der Favoritenstellung der Gastgeber nichts zu merken, da beide Mannschaften gleichermaßen nach vorne drängten und ein munteres Spiel begannen. Dann kam nach und nach Zscherben stärker zum Zuge, wobei kein Tor herausspringen sollte. Die zwei Pfostentreffer der Schwarz-Weißen mit dem Hirsch im Wappen waren aber schon mal echte Highlights. Leuna kam vor der Pause auch noch ein paar Mal vors Tor, jedoch auch nicht erfolgreich.
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Nach der Pause dann Leuna streckenweise besser als Zscherben, doch nach einer Druckphase gelang dem Gastgeber der aufgrund der größeren und mehreren Chancen der ersten Halbzeit verdiente Führungstreffer. Der etwas zerstreute Sprecher nannte Marc Martin als Torschütze, der bis dato – und auch im weiteren Verlauf der Partie – vor allem dadurch auffiel, den guten Schiedsrichter um gelbe Karten anzubetteln. Ein technisch guter und augenscheinlich erfahrener Spieler wie er kann sich auch nicht darauf heraus reden, dass es jugendliche Ungestümheit oder Versehen gewesen sein, da nachzuhaken und ähnliche kleine Fouls zu begehen. Aber trotz diesem Spieler und auch wenn einige Zscherbener Fans das nicht so sahen: das Spiel war in Sachen Fairness bzw. Härte von beiden Seiten völlig normal und klar im Rahmen geführt.

In der Schlussphase begann der Favorit dann zu schwimmen: der Vorwurf der Zscherbener, dass hier Wettbewerbsverzerrung wegen mehrerer eingesetzter Spieler der ersten Mannschaft vorliege, ist da genauso schwach wie die Schlussphase der Mannschaft, die nach der 75. nur noch zu einer großen Chance kam – und auch nur, weil Motz einen ziemlichen Fehler vorm eigenen Strafraum machte. Wenn die Zscherbener aufsteigen wollen, dann sollen sie lieber für die Übungseinheit auf Landesklasseniveau froh sein – außerdem sollte man gegen eine in dieser Formation nicht eingespielten Mannschaft als Aufstiegskandidat gewinnen können.

Getroffen hat dann in der ersten Minute der Nachspielzeit auch kein Spieler der ersten Mannschaft, sondern Rene Schmidt. Der ist aber auch immer für einen Treffer gut! Die Vorlage kam aber von Joao Pires – den ich zum ersten Mal als Aushilfe in der zweiten Mannschaft erlebte – der die meiste Zeit über ein richtig gutes Spiel ablieferte. Nach dem Treffer erzielte Zscherben dann auch noch ein Tor: doch das war a) Abseits und b) derartig dämlich mit der Hand genommen, dass der Zscherbener mit gelb noch gut bedient war. 1:1 also der Endstand, der nicht unverdient für Leuna war. Allerdings muss man sagen, dass Zscherben über die gesamten 90 Minuten mehr Chancen hatte und Akzente setzte, sodass ein knapper Sieg für die schwarz-weißen Hirsche ebenfalls gerecht gewesen wäre. Aber Leuna hat in vorangegangenen Spielen noch viel unglücklichere Punktverluste und Niederlagen hinnehmen müssen. TSV Leuna II hat jedenfalls den 13. Platz gehalten, wobei durch die Situation in der Landesklasse die Absteigerzahl in die Kreisliga noch nicht feststeht. Aber wenn Leuna II die Spiele bis Saisonende auf diesem Niveau so durchhält - wehe einer meckert jetzt "aber der eine Punkt ist doch viel zu wenig" -, dann steht am Ende ganz sicher der Klassenerhalt!
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Statistik:
Ground Nr. 425 (ein neuer Ground; diese Saison: 94 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.002 (diese Saison: 144)
Tageskilometer: 40 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.010 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ 3.040 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 85
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 198

W198II: Eindeutiger Sieg trotz dünner Personaldecke

SV Eintracht Bad Dürrenberg AH 0:4 TSV Leuna 1919 AH
Freitag, 14. Mai 2010 – Anstoß 18.00
Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: 0:4 nach 72 Min. (34/37) – Halbzeit 0:2
Tore: 0:1 11. Münch, 0:2 27. Schladebach, 0:3 45. Schladebach, 0:4 63. Schladebach
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Eintracht (Kap. 1.200 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (O.K.)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624061808322/detail/

Bei leichtem aber ununterbrochenem Regen hatte manch ein Spieler Standschwierigkeiten auf dem schönen, gepflegten Rasen des ansonsten unspektakulären Eintracht Sportplatzes. Unspektakulär war auch das Spiel, aber Leuna trat trotz ein paar fehlender Leistungsträger gewohnt technisch beschlagen, torgefährlich und offensiv auf. Bad Dürrenberg hatte wenige Tormöglichkeiten zu verbuchen – und die wenigen wurden teils knapp durch Leunas Torwart verhindert, teils wirklich kläglich durch Ungeschicktheit vergeben.

Nach 11 Minuten tauchte der Hockeyspieler Münch frei vorm Tor der Gastgeber auf und schoss zum 0:1 ein. Nach fast einer halben Stunde gelang Schladebach der Eröffnungstreffer zu seinem Hattrick. Er legte nach 45 bzw. 63 Minuten mit zwei weiteren schönen Treffern nach. Hätte Melchior Sr. nicht immer im Abseits gestanden, was der Schiedsrichter leider auch dauernd ahndete – bei fünf Metern auch O.K. aber manchmal war das weniger als ein Meter; das ist dann bescheuert bei den Alten Herren so was abzupfeifen –, hätte auch er mal wieder einen Treffer beisteuern können. Der Sohn fehlte ja ebenso wie Harnisch – sonst hätte es für den SV Eintracht wohl eine noch höhere Niederlage gesetzt. Die Gastgeber spielten nämlich nicht wirklich gut. Beim letzten Spiel dieser beiden Mannschaften hieß es schon viel zu niedrig 4:1 für Leuna. Und wenn ich ein Leunaer Altherrenspiel nicht mit mindestens 6,0 bewerten kann, dann lag es noch immer am Gegner, der das Spiel unattraktiver machte.

Aber jedenfalls haben die Alten Herren des TSV Leuna das Spiel mittelmäßige aber nicht schwache Spiel gut und siegreich gestaltet, was ich der zweiten Mannschaft auch sehr wünschen würde am kommenden Samstag!
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Statistik:
Ground Nr. 424 (kein neuer Ground; diese Saison: 93 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.001 (diese Saison: 143)
Tageskilometer: 20 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 33.970 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ 3.000 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 84
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 198

Donnerstag, 13. Mai 2010

W198I: Die Eintausendste Sportveranstaltung

SV Spora 3:0 SV Mertendorf
Donnerstag, 13. Mai 2010 – Anstoß 11.00
Kreisoberliga Burgenlandkreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 3:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 19. Nr. 8 (?), 2:0 47. Nr. 6, 3:0 69. Nr. 7
Verwarnungen: Nr. 24 (Spora), Nr. 5, Nr. 10 (Mertendorf)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Nißma (Kap. 1.100 Stehplätze)
Zuschauer: bis zu 180 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel in lustiger Atmosphäre)
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Photos and English Version:
http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624055256160/

Seit 1998 besuche ich Sportveranstaltungen aller Art. Seitdem ich nicht mehr aktiv Fußball spiele, stieg die Anzahl. Seit 2006 mache ich richtig intensiv Groundhopping: insbesondere zu Amateurfußballspielen, Handball, Eishockey und weniger populären und bekannten Sportarten sowie auch immer wieder ins Ausland, wobei die Spiele nicht immer Anlass der Reise sind, da das mitunter von Banausentum zeugt, in echt sehenswerte Regionen zu reisen und dort den Fußball derart in den Mittelpunkt zu rücken. Wie auch immer: Spiele, bei denen ich auf dem Platz stand (gespielt habe; pitch invasion ist hier nicht gemeint) habe ich nicht mitgezählt und die ein oder andere Sportveranstaltung in den 12 Jahren mag durch die Statistik gerutscht sein, aber die Zahl von 1.000 Veranstaltungen ist sehr genau!

Diese historische Veranstaltung war ein Fußballkreisoberligaspiel zwischen dem 8. und dem 7. im Burgenlandkreis: zwischen dem Sportverein Spora (auch als „SV Spora/ Nißma“ bekannt) und dem Sportverein Mertendorf. Eine viel längere Fahrradtour hätten wir uns in diesem Landkreis übrigens nicht aussuchen können: ähnlich lang oder noch länger sind nur Wetterzeube, Kayna, Heuckewalde (da waren wir aber auch schon) und vielleicht noch drei andere, bis zu 70km von Merseburg entfernte Ort des Burgenlandkreises, in denen Fußball gespielt wird.
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Wir kamen kurz vor Spora nach einer recht angenehmen Fahrt auch durch Zeitz, dann durch Bockwitz mit seiner schönen, sanierten Windmühle und vorbei an Suxdorf nach Würchwitz, wo die Statue für die Käsemilbe wieder einmal ins Auge fiel. Würchwitz ist nämlich für die ungewöhnliche Delikatesse – Schimmelkäse kennt man ja, aber Milben auf dem Käse ist mal was sehr krasses – bekannt. In Spora ist der Verein SV Spora zwar ansässig, doch der zwischen Häusern und Gärten gelegene Platz ist im nach Spora eingemeindeten Nachbarort Nißma zu finden. Dort war schon beim Einspielen ordentlich was los: die blieben zwar nicht alle bis zum Schluss, aber bis zu 40 junge Leute hatten sich auf dem niedrigen Graswall eingefunden und feuerten schon beim Einspielen die Sporaer Spieler an. Da schien besonders die 2. Mannschaft von Spora (spielt Kreisliga) aktiv am Tröten, Grölen und Klatschen gewesen zu sein.

Der Anstoß wurde mit einem Böller gefeiert. Das Spiel ging auch ganz knallig los, jedoch bis zur 19. Minute ohne richtig große Highlights. Dort gelang Spora der verdiente Führungstreffer per Kopf. Mehr als das 1:0 war bis zur Pause auch nicht drin, wenn auch Spora das Spiel in weiten Teilen bestimmte. Mertendorf hatte aber auch die ein oder andere Chance, die dem andauernd meckernden Trainer aber nicht genug der Anstrengung war und auch nicht genug Niveau hatte. Aber der Anhang von Mertendorf war ohnehin schwach: anstatt da eine Fußballparty aus diesem guten Spiel zu machen, wie das ein beachtlicher Teil der Sporaer machte, waren die Fans und Offiziellen nur am Meckern. Quittiert wurde das Verhalten des Trainers dann mit Sprechchören des Stimmungsblocks: „Warum ist der Trainer so hässlich?!“

In der Halbzeit gab es dann nen Platzsturm mit Fahrrädern. Gleich nach der Pause legte Spora das immens wichtige 2:0 nach. Auch nach dem 2:0 blieben sie noch offensiv, da Mertendorf unfähig war, gefährliche Schüsse aufs Tor abzugeben. Einen tollen Treffer erzielte der Gastgeber dann nach über einer Stunde. Das 3:0 war in diesem offensiv und auch sauber geführten Spiel die Entscheidung sowie der Endstand. Die Zuschauer hätten noch ein paar mehr Treffer verdient gehabt – nur leider ist derart gute Stimmung die absolute Ausnahme in der Klasse, da Männertag halt nur ein Mal im Jahr ist und die Zuschauerzahl sonst auch geringer – da dieses Spiel das torärmste des ganzen Spieltages war: Kayna spielte z.B. 3:3 und Großkorbetha – war unsere Alternative bei Schlechtwetter – 4:4. Aber schlechtes Wetter gab es nicht: es war nur dicht bewölkt und kalt; aber was die Spinner beim Wetterdienst da mit Regen wollten, will ich ja mal wissen.
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Nach dem Spiel schauten wir noch an der sehr sehenswerten Sporaer Fachwerkkirche vorbei, ehe wir die lange Fahrt gegen den Wind nach Merseburg zurück antraten.

Statistik:
Ground Nr. 424 (ein neuer Grounds; diese Saison: 93 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.000 (diese Saison: 142)
Tageskilometer: 130 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 33.950 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ 2.980 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 198

Montag, 10. Mai 2010

W197III: Schönes Spiel in schöner Landschaft: 6:1 in der Zschopauer Sandgrube

BSG Motor Zschopau II 3:0 FV Krokusblüte Drebach II Sonntag, 9. Mai 2010 – Anstoß 13.00 Kreisliga Mittleres Erzgebirge (9. Liga, 4. Amateurliga) Ergebnis: 3:0 nach 90+ Min. (45/45+) – Halbzeit ?:? Tore: 1:0 Steven Bergt, 2:0 Benjamin Uhlig, 3:0 Frank Seefeld Verwarnungen: ?, Platzverweise: keine Spielort: Sportkomplex in der Sandgrube, Platz I (Kap. 3.000 Stehplätze) Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 5 Gästefans) Unterhaltungswert: -,-/10 (Keine Wertung) BSG Motor Zschopau 6:1 FSV Motor Marienberg Sonntag, 9. Mai 2010 – Anstoß 15.00 Bezirksklasse Chemnitz, Staffel 3 (8. Liga, 3. Amateurliga) Ergebnis: 6:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 3:1 Tore: 1:0 4. Steve Schüler (Elfmeter), 2:0 8. Dirk Ruttloff, 2:1 24. Stephan Müller, 3:1 31. Dirk Ruttloff, 4:1 53. Sebastian Gillert, 5:1 58. Sebastian Gillert, 6:1 63. Sebastian Gillert Verwarnungen: wenige, Platzverweise: keine Spielort: Sportkomplex in der Sandgrube, Platz II (Kap. 1.500 Stehplätze) Zuschauer: ca. 180 (davon ca. 20 Gästefans) Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel mit ordentlicher Torquote) DSC07728 Photos and English Version: Castles in Klaffenbach and Zschopau Football in Zschopau „Einen schönen Aufenthalt und trinkt nicht so viel“ – das wünschte die Zugbegleiterin von Leipzig nach Chemnitz, als sie sich von den Fahrgästen des hässlichen Regionalexpresses im ebenso hässlichen Chemnitz verabschiedete. Hatte die ne Wette verloren oder selbst zu viel getrunken? Jedenfalls waren wir froh, bald aus dieser unmöglichen Stadt herausgefunden zu haben und in Klaffenbach angekommen zu sein. Klaffenbach ist für ein Renaissance-Wasserschloss berühmt, dessen Innenhof und Äußeres viel Eindrucksvoller als sein Innenraum ist. Das Museum lohnt absolut nicht, die zusätzlich kostenden Ausstellungen in den Wirtschaftshäusern haben wir nicht besucht, aber einmal rundherum zu laufen lohnt aufgrund der Beispielhaftigkeit dieses Baus für diese Stilepoche auf jeden Fall. So eine hervorragend hergerichtete und sehenswerte Schlossanlage findet man so schnell nicht wieder. In der Umgebung von Chemnitz wird man in vielen Orten für die Stadt entlohnt. Die Strecke nach Zschopau hält eine schöne Landschaft mit den ein oder anderen idyllischen Käffern, schönen Burgen und Schlössern und tollen Straßen bereit. Radfahren ist hier sehr hart und nichts für Schönwetter-Ökolahmarsch-Radler: bei den befahrenen Straßen muss man sich oft mangels Radweg – die Infrastruktur am Rande von Chemnitz ist nicht doll: vor allem die Beschilderung ist noch fast so schlimm wie in der DDR – die Straße mit Autofahrern teilen, die sich untereinander und gegenüber unmotorisierten Verkehrsteilnehmern unangenehm bis asozial verhalten. Solche Ansammlungen von Vollidioten im Straßenverkehr wie in der Gegend um Chemnitz findet man in Deutschland so schnell nicht noch mal – und außerdem sind die Andauernden Steigungen und Gefälle echt hart: erst schleicht man da 15% mit 5-10 km/h hoch – und dann geht’s auf der anderen Seite ebenfalls mindestens 10% mit 40-60 km/h wieder runter. Gut, dass in Einsiedel in der 30er-Zone keine Polizei die Geschwindigkeit kontrollierte... DSC07612 Endlich in Zschopau – die Straßenwege dahin sind doppelt so lange wie die Luftlinie – besuchten wir den schönen Marktplatz, der gleich zwei Rathäuser und eine große, aber derzeit in Renovierung befindliche Kirche zu bieten hat, und dann die Burg Wildeck, die ein wirkliches Kleinod der Burgenbaukunst der Renaissance darstellt. Die Bonsai-Ausstellung sowie die Zschopauer Motorräder klangen zwar interessanter, als die moderne Kunst-Kacke in Klaffenbach, aber wir bestiegen nur den Turm, der einen schönen Blick auf den herrlich zwischen bewaldeten Höhenzügen im Flusstal der Zschopau liegenden 10.000-Einwohner-Ort freigibt. Am Rande des Ortes am Ufer der Zschopau unterhalb toller, dicht bewaldeter Felsklippen, liegt der Sportkomplex in der Sandgrube. Nein, kein Beach-Fußball, sondern erst noch die Schlussphase der Kreisliga A: kaum waren wir da, setzte Motor Zschopau II gegen Krokusblüte Drebach II noch einen Treffer zum 3:0 drauf: schön herausgespielt und über den Torwart geschlenzt. Dann verschoss Zschopaus Zweite auch noch einen Elfmeter. 3:0 der Endstand. Danach wurde auf den kleineren Platz II gewechselt – eine Liga höher, aber dann auf dem kürzeren Platz spielen: häh??? – der im Gegensatz zum Hauptplatz keine Überdachung hat. Die Überdachung des Hauptplatzes ist aber auch nur recht klein und bietet für höchstens 1.500 Leute Stehplätze auf drei Stufen an. Der Sprecherturm scheint nicht mehr genutzt zu werden. Immerhin ist der Graswall von Platz II höher, wo ich mich auch gleich positionierte. Motor Zschopau I ist vor Krokusblüte Drebach I 5. – der heutige Gegner – Motor Marienberg – auf Platz 3. DSC07743 Der Start war furios: nach zwei Minuten ein grenzwertiges Einsteigen des Marienberger Torwarts im Strafraum, doch kein Elfmeter. Nach vier Minuten semmelt ein Marientaler Verteidiger einen Zschopauer Stürmer um: dann Elfmeter, der sicher verwandelt wird. Kurz darauf ein herrliches Freistoßtor aus 25 oder mehr Metern: eine tolle Flugbahn ins lange Eck hatte der Ball! Marienberg kommt bald darauf heran mit einem gut heraus gespielten Treffer, doch Zschopau kann noch reichlich vor der Pause mit einem Drehschuss aus Nahdistanz nachlegen. Mit 3:1 ging das technisch akzeptable und läuferisch wie kämpferisch starke und offensive Spiel in die Pause. In der zweiten Hälfte ging es so weiter, wobei Zschopau durch eine gute Chancenverwertung und mehr Selbstvertrauen in der Offensive zu drei prima Treffern kam. Das 6:1 war am Ende sehr deutlich, aber nicht unverdient in der Höhe. Zschopau war die deutlich bessere Mannschaft. Das Spiel hätte mehr Zuschauer verdient – in dem Landkreis kommen manchmal bis zu 2.000 Fans zu Kreisliga- oder Bezirksklassederbys – wobei ich nicht unbedingt mehr von der Sorte junge Kerle mit Thor-Steinar-Kapuzenshirt brauche, die jedoch nicht unvernünftiger waren als manche der Rentner. Aber Bemerkungen wie: „Du dumme Sau! Das war doch ein ganz faires Foul!“ sprühen so vor Originalität, dass ich so was nur gutheißen kann. Da es ab der 70. zu Regnen begann, fuhren wir nicht groß mit den Rädern weiter, sondern stiegen schon in Zschopau in den Zug ein, statt erst in Chemnitz. Also: trotz dreimaligem Umsteigen keinen Anschluss verpasst – Respekt! DSC07798 Statistik: Grounds Nr. 422 und 423 (zwei neue Grounds; diese Saison: 92 neue) Sportveranstaltungen Nr. 998 und 999 (diese Saison: 141) Tageskilometer: 350 (300 Bahn, 50 Fahrrad) Saisonkilometer: 33.820 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ 2.850 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 82 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 197

Samstag, 8. Mai 2010

W197II: So müssen Ansetzungen aussehen...

Hallescher FC C II 2:2 Eintracht Salzwedel C
Samstag, 8. Mai 2010 – Anstoß 10.30
C-Junioren Verbandsliga Sachsen-Anhalt (2. Liga der 12-14jährigen)
Ergebnis: 2:2 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit 0:1
Tore: 0:1 (?). [?], 1:1 41. [?], 1:2 49. [?], 2:2 53. [Handelfmeter, ?]
Verwarnungen: mindestens 1x gelb für Salzwedel
Platzverweise: keine
Spielort: Sportzentrum Sandanger, Platz II (Kap. 500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Bewertet: 2. Halbzeit; sehr flottes und spannendes Juniorenspiel)

Hallescher SC 1996 II 1:4 Post- und Telekom SV Halle
Samstag, 8. Mai 2010 – Anstoß 13.00
1. Stadtklasse Halle (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 1:4 nach 98 Min. (51/47) – Halbzeit 0:1
Tore: 0:1 34. Nr. 7, 0:2 59. Nr. 7, 1:2 61. Nr. 10, 1:3 65. Nr. 8; 1:4 76. Nr. 4
Verwarnungen: Nr. 9, Nr. 10, Nr. 16 (HSC II); Nr. 8, Nr. 11 (PTSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Brandberge (Kap. 700 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Brauchte lange, bis es in Fahrt kam, dann ganz gutes Spiel)

SV Blau-Weiß Dölau III 1:4 SG Aufbau Tasmania Halle (II)
Samstag, 8. Mai 2010 – Anstoß 15.00
1. Stadtklasse Halle (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 1:4 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit 0:1
Tore: 0:1 14. Nr. 10, 0:2 57. Nr. 7, 1:2 60. Nr. 11, 1:3 66. Nr. 7, 1:4 74. Nr. 11
Verwarnungen: Nr. 3, Nr. 4 (BW III)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlagen Blau-Weiss Dölau (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmaß)
Na so schlecht war das Spiel nun nicht...
Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624018763002/detail/ [2 pages]

Auch wenn der halleschen Fußball größtenteils zwischen schwachem Gekicke und absolutem Scheiß, garniert mit den ein oder anderen Spielabsprachen und selten auch mal einer zünftigen Keilerei, schwankt: ab und an muss man sich das Elend doch mal antun. Allerdings sollte man den Ligen, die ich heute besucht habe, auch kein Unrecht tun: denn unterhalb der Stadtoberliga – und manchmal auch in der Landesklasse – liefern hallesche Mannschaften immer wieder attraktiven Fußball ab. Und nicht zuletzt will ich auch einfach meine Groundliste von Halle/ Saale, die alle im geregelten Spielbetrieb genutzten Anlagen umfasst, vervollständigen können. Meinem Vater fehlen noch ein paar ganz wenige, die bis August sicherlich abgehakt werden können – und ich konnte die letzte, die mir noch in der Sammlung fehlte, mit dem Sportplatz von Dölau heute ankreuzen.

Aber kommen wir zu erst einmal zum Spiel zwischen den zweiten C-Junioren des Halleschen FCs, dessen Jugendmannschaften oft weitaus attraktiver, als die halbprofessionellen Männer spielen, und der ersten C-Jugend von Eintracht Salzwedel. Wir erreichten den Sandanger erst kurz vor der Halbzeit, da wir eigentlich die dritten Mannschaften von Wörmlitz-Böllberg und Askania Nietleben in der 1. Stadtklasse um 11.00 sehen wollten, doch das Spiel wurde abgesagt. Der 4. spielte gegen den 5. und als wir kamen stand es bereits 0:1, was auch der Halbzeitstand sein sollte. Nach der Pause machte der HFC mehr Druck und erzielte den gut heraus gespielten Ausgleich. Das 1:2 fiel in einer Phase, in der die Heimabwehr enorm schwamm. Aber in der C-Jugend Verbandsliga darf man ruhig mal zu viert auf den Ballführenden losstürzen und damit drei andere Gegenspieler vernachlässigen. Später gab es einen berechtigten Handelfmeter, der zum hochverdienten Augleich für die halleschen Junioren führte.
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Weiter ging es im Brandbergweg, wo auf dem Sportplatz hinter der Brandbergehalle, der sehr idyllisch von Bäumen, Büschen und hohem Gras komplett umgeben ist, der 10. der Stadtklasse (Hallescher SC 96 II) gegen den Tabellenführer (Post- und Telekom SV I), der mit seinem Verfolger eine Klasse für sich bildet, kickte. Bis zur 20. brauchten die Spieler, um vernünftige Aktionen zu zeigen. HSC traf einmal die Latte, PTSV dreimal die Latte und einmal ins Tor. Bald nach dem Treffer musste der Torwart des Halleschen SC ausgewechselt werden, weil ein Gästestürmer ihn unabsichtlich, aber im vollen Bewusstsein des Verletzungsrisikos, im Fünfmeterraum anging. Eigentlich eine grenzwertige gelbe Karte, die auch eine rote hätte sein können – doch nicht einmal die fällige Gelbe gab es. Dafür verteilte der Schiedsrichter mehrere völlig übertriebene gelbe Karten. Eine schwache Leistung vom Unparteiischen. Nach der Pause entschied der Post SV das Spiel für sich. Dafür konnte der Feldspieler im Tor allerdings nichts. 1:4 der Endstand.

Zum Abschluss fuhren wir dann noch nach Dölau, wo der 8. (SV BW Dölaus III.) gegen den Tabellenzweiten (Aufbau Tasmania II) spielte. Auf dem langweiligen, aber wenigstens Baum umstandenen Platz spielte aber eigentlich de facto die 1. Mannschaft von Aufbau Tasmania, da die 1. Mannschaft nach einem Skandalurteil des Landesverbandes, das Tasmania den Verbleib in der Stadtoberliga trotz dummen und auffälligen Betrugs erlauben wollte, nach Druck der anderen Mannschaften, die allerdings lieber nicht zu sehr mit Steinen im Glashaus Stadtoberliga werfen sollten, aufgelöst wurde und v.a. zu MSV Buna Schkopau überwechselte. Also ist die II. die da heute auf dem Platz stand eigentlich die I. Die zeigte auch nach einer Viertelstunde ein tolles Tor mit einem Heber, der gefühlvoll in den Winkel geflogen wurde. Das nächste Tor wurde dann erst in der zweiten Halbzeit erzielt: Tasmania spielte es schön heraus. Kurz darauf erzielte Dölau den Anschlusstreffer, doch Aufbau Tasmania war – ohne wirklich überragend oder spektakulär zu spielen – einfach das klar bessere Team. Auch hier hieß es am Ende 1:4. PTSV und Aufbau Tasmania müssten damit meines Wissens beide in die Stadtliga aufgestiegen sein.
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Dem Stadtverband und den Vereinen muss man abschließend einfach noch für so fanfreundliche Ansetzungen danken. Da sollten sich mehr Staffelleiter usw. mal ein Beispiel nehmen, nicht alle Spiele parallel laufen zu lassen! Selbst bei dem Ausfall in Wörmlitz konnten wir noch ein Ersatzspiel sehen.

Nachdem ich schon in Merseburg und den Nachbargemeinden alle Grounds abhaken konnte, konnte ich das jetzt auch in Halle tun. Hier die alphabetische Liste:

1. Buna-Stadion Lilienstraße (Buna Halle-Neustadt); 2. ESG-Sportanlage (ESG Halle); 4. Hallorensportplatz (SG Aufbau/ Tasmania Halle); 5. Kurt-Wabbel-Stadion (Hallescher FC); 6. Post- und Telekom SV Halle (PTSV Halle); 7. Reideburger Sportanlage (Reideburger SV); 8. Sportplatz Radewell (GW Ammendorf); 9. Sportanlage Turbine (Turbine Halle); 10. Sportanlage VfB 07 (VfB 07 Lettin); 11. Sportanlagen Blau-Weiss Dölau (SV BW Dölau); 12. Sportplatz am Goldberg/ HTB (SG Hallesche Transport Betriebe); 13. Sportplatz am Heiderand (Askania Nietleben); 14. Sportplatz am Kinderdorf (FSV 67 Halle); 15. Sportplatz am Planetarium (Kanenaer SV); 16. Sportplatz auf dem Dautzsch (SV Dautzsch 67); 17. Sportplatz Brandberge (Hallescher SC 96); 18. Sportplatz Donnersberg (TSG Kröllwitz); 19. Sportplatz Einheit (SG Einheit Halle); 20. Sportplatz Halle-Bruckdorf (SV 48 Bruckdorf); 21. Sportplatz Kaiserslauterer Straße (TSG Wörmlitz-Böllberg); 22. Sportplatz Motor, Platz I (SG Motor Halle); 25. Sportplatz Rotation (Rotation Halle); 26. Sportplatz Seeben (VfL Seeben); 27. Sportplatz Steinstraße 17 (BSV Halle-Ammendorf II); 28. Sportzentrum Sandanger, Platz I (Hallescher FC, Jugend); 30. Stadion am Galgenberg (Polizei SV Halle); 31. Stadion am Zoo (VfL Halle 96); 34. Stadion Böllberger Weg (Hallescher FC II); 35. Stadion der Waggonbauer (BSV Halle-Ammendorf); 36. Stadion im Bildungszentrum (FC Halle Neustadt).

Zusatz: 31. ESG-Sportanlage, Platz II (ESG Halle II); 32. Sportplatz Motor, Platz II (SG Motor Halle); 33. Sportplatz Motor, Platz III/ KF; 34. Sportzentrum Sandanger, Platz II (Hallescher FC, Jugend); 35. Stadion am Zoo, Platz IV (Roter Stern Halle u. a.); 36. Stadion am Zoo, Platz V (VfL Halle 96; Kleinfeld-Jugend); 37. Sportplatz Frohe Zukunft (Rugby USV Halle); 38. Sporthalle im Bildungszentrum (HC Einheit Halle-Neustadt); 39. Eissporthalle Halle (EHC 04 Saalebulls); 40. Sporthalle bei der Eissporthalle (Box Team Halle, Tischtennis u.a.); 41. Uni-Sporthalle Weinbergweg (Basketball USV Halle); 42. Sporthalle Burgstraße (SV Halle Lions); 43. Schwimmhalle Neustadt (SV Halle Wasserball); 44. Schwimmhalle Robert-Koch-Straße (früher SV Halle Wasserball); 45. Schulturnhalle Reideburg (Reideburger SV Radpolo); 46. Rugby-Platz Halle-Neustadt (früher Rugby Halle-Jena); 47. Halle Brandberge (verschied. Vereine); 48. Universitätssporthalle (USV Halle Handball u.a.); 49. Pferderennbahn Passendorfer Wiesen (Galopprennsport Halle/ Saale); 50. Ballsaal im Maritim-Hotel (Chemiepokal Boxen); 51. Motoballplatz im Bildungszentrum (1. MBC 70/90 Halle).

Mehr Informationen zu diesen und den anderen Grounds, die ich besucht habe, gibt es demnächst hier in einer übersichtlichen Liste.
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Statistik:
Ground Nr. 421 (zwei neue Grounds; diese Saison: 90 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 995-997 (diese Saison: 139)
Tageskilometer: 50 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 33.470 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.950 Bus, Bahn, Tram/ 2.800 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 80
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 197

W197I: Leuna gegen Beuna

TSV Leuna 1919 AH 4:2 SV Beuna 1916 AH
Freitag, 7. Mai 2010 – Anstoß 18.00
Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: 4:2 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit 2:0
Tore: 1:0 15. Fulde, 2:0 31. M. Melchior, 2:1 40. Nr. 6, 2:2 42. Nr. 9, 3:2 60. Schladebach, 4:2 67. Schladebach.
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte der Jugend (Kap. 1.000, davon 15 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 10
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gut und spannend)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623889457455/detail/

Diesmal spielten die Alten Herren in der Sportstätte der Jugend. Zugast diesmal der SV Beuna, die am Anfang gut eingeschnürt wurden. Nach vier Minuten wurde Leuna ein Tor aberkannt. Als Beuna stärker gegen hielt, erzielte Leuna das reguläre 1:0. In einem dann recht ausgeglichenen Spiel mit mehr Chancen für Leuna, schafften sie es, den Vorsprung auf zwei Treffer auszubauen. Ein Tor von Beuna wurde wegen Handspiels aberkannt.

Nach der Pause brauchte Beuna nur drei Minuten, ehe sie den Rückstand ausgeglichen hatten. Dem Leunaer Torwart wurde in beiden Fällen die Sicht zugestellt, sodass er nicht schnell genug reagieren konnte. Doch Leuna wurde daraufhin stärker, riss sich in der Abwehr zusammen und baute größeren Druck im Sturm auf. Das führte zu drei weiteren Treffern, von denen allerdings nur die beiden Treffer von Schladebach gezählt wurden. Am Ende also ein 4:2, wobei man mindestens ein Tor von Leuna hätte zählen müssen. Aber auch das Anerkennen aller Treffer (dann also 6:3) wäre gerechtfertigt gewesen.

Aber ob nun 4:2 oder 6:3: es war wieder lohnend zuzugucken, nach einem 5:2 Sieg gegen Wengelsdorf und einer 2:6 Niederlage in Braunsbedra in den beiden Wochen zuvor. Der Abend wurde dann abgerundet von einem lustigen Parallel-Gucken: im Fernsehen das Eishockey-WM Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und den USA (2:1 Sieg über die großkotzige Ami-Mannschaft ist natürlich super!) und per Livestream auf dem neben dem Fernseher stehenden Laptop das saudi-arabische Pokalfinale zwischen Al-Hilal Ar-Riyadh und Al-Ittihad Djidda (4:5 nach Elfmeterschießen).
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Statistik:
Ground Nr. 419 (kein neuer Ground; diese Saison: 88 neue)
Sportveranstaltung Nr. 994 (diese Saison: 136)
Tageskilometer: 20 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 33.420 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.950 Bus, Bahn, Tram/ 2.750 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 77
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 197

Dienstag, 4. Mai 2010

W196IV: Berlin

Ein Bekanntenbesuch in Berlin konnte zwar leider nicht zum Fußballgucken genutzt werden - wird vielleicht mal im August diesen Jahres wieder der Fall sein -, aber für Sehenswürdigkeiten, die gegensätzlicher kaum seien konnten, reichte es natürlich schon.
Der Startpunkt der Besichtigungen war das barocke Prunkschloss in Berlin-Charlottenburg. Ein einfacherer Bau in Hohen- oder Niederschönhausen (s. Bild) - das Schloss Schönhausen - folgte. Zum Abschluss war noch das sowjetische Kriegerdenkmal in Treptow dran.
Für Fotos aus Charlottenburg und Treptow siehe: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623991290162/

Sonntag, 2. Mai 2010

W196III: Torreichtum in Böhlen und Meißens Heiliger Ground

SV Chemie Böhlen C 2:13 TSV 1847 Kohren-Sahlis C
Samstag, 1. Mai 2010 – Anstoß 10.30
C-Junioren 7er Kreisklasse Borna-Geithain (6. Liga der 12-14jährigen)
Ergebnis: 2:13 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit 1:3
Tore: 0:1 12. (9), 1:1 14. (10), 1:2 16. (3), 1:3 33. (6), 2:3 39. (10), 2:4 45. (11), 2:5 46. (3), 2:6 47. (9), 2:7 48. (3), 2:8 54. (9), 2:9 56. (10), 2:10 58. (10), 2:11 65. (10), 2:12 67. (6), 2:13 70. (9) Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Stadion an der Waldstraße (Kap. 6.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 16 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Hauptsache viele Tore!)

Meißner SV 08 0:1 Bischofswerdaer SV 08
Samstag, 1. Mai 2010 – Anstoß 15.00
Bezirksliga Dresden (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 0:1 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit 0:0
Tor: 87. Oliver Lorenz
Verwarnungen: Oliver Lorenz (Bischofswerda)
Platzverweise: keine
Spielort: Heiliger Grund (Kap. 4.500, davon 398 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Na, das war aber sehr nah an 0:0, ihr Penner!)
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Photos and English Version:
Chemie Böhlen 2:13 Kohren-Sahlis
Meißen 0:1 Bischofswerda
Meißen Old City

Die Statistik der Kreisklasse der C-Junioren – Staffel Borna-Geithain – liest sich spektakulär: 294 Tore in nur 34 Spielen bedeuten einen Torschnitt von 8,7 pro Partie. Die krassesten Spiele liefert Chemie Böhlen ab: die torärmsten Partien gingen 7:0, 6:1 bzw. 4:3 aus, die torreichste ist zugleich die höchste Niederlage: 16:3, der höchste Sieg war ein 13:1 und der Trefferdurchschnitt liegt bei 9,8 Toren pro Partie.

Das klingt natürlich unterhaltsam und lustig, doch noch interessanter wird es für den Groundhopper, wenn er bedenkt, dass es zwei Stadien in Böhlen gibt, wovon das ältere (Waldstraße) nur noch durch Jugendmannschaften genutzt wird. An der Jahnbaude war ich ja schon einmal (
siehe hier), also war ein Besuch an der Waldstraße nur noch eine Frage der Zeit. Dass die C-Junioren wegen Spielermangels auf Kleinfeld spielen, hätte ich zwar nicht gedacht, aber das war ja nicht schlimm.

So standen sich sieben gegen sieben gegenüber, wobei Böhlen keinen einzigen und die Gäste aus Kohren-Sahlis nur vier Einwechsler zur Verfügung hatten. Noch mehr Zahlen: beide Mannschaften wurden von jeweils 8 Zuschauern unterstützt, wobei die fast durchweg ihre Vorbildrolle mit Kettenrauchen und gewählter Kleidung wie einem A.C.A.B. - T-Shirt erfüllten. Die weiteren Zahlen kann man der Torfolge oben entnehmen. Ich glaube, die spricht für sich, da der Einbruch der Böhlener ab der 45. Minute klar belegt ist. Beide Mannschaften haben ein unterhaltsames Spiel geliefert. Auch Böhlen braucht sich nicht zu schämen!
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Weiter ging es nach Meißen, wo wir am wirklich schönen Markt- und Rathausplatz zum Essen einkehrten und uns dann das Spiel zwischen Meißen und Bischofswerda im Heiligen Ground äh… Grund antaten. Das Stadion war das interessantes am ganzen Spiel: ein toller Bau, der schön am Rande eines Berges liegt, im Hintergrund der eindrucksvolle Felsen mit der Albrechtsburg, die Tribüne mit gelbem Wellblech gedeckt, vier Reihen Kunststoffsitzbänke, teils noch 1960er-Jahre Zäune und andere DDR-Baurelikte, eine seltsam geformte Anzeigetafel und ein enorm globiger Sprecherturm.

Bis zur 87. versuchten beide Mannschaften erfolglos das Tor des Gegners zu bedrängen, wobei der viertplatzierte Gast viel aktiver als der auf Rang 14 (dem ersten Abstiegsplatz) zu findenden Gastgeber war. Aber wie dilettantisch Bischofswerda kickte! Wieso sind die Vierter?! Die haben beide auf einem Niveau gekickt, dass man am liebsten den Platz gestürmt und den Ball selbst ins Tor gezimmert hätte. Aber derlei Protest kam beim lahmen Publikum nicht auf. Aber immerhin zeigten beiden Fangruppen ihren integrativen Willen: so viele geistig und körperlich behinderte Menschen wie diese beiden Vereine in ihre Anhängerschaft eingebunden haben, habe ich so noch nicht gesehen.

In der 87. Minute schaffte es ein Bischofswerdaer dann doch den Ball ins Netz zu kriegen. Es war ja nicht so, dass es immer nur Unvermögen war, was den Torerfolg so lange verhinderte: Meißen traf einmal die Unterkante der Latte und Bischofswerda hatte drei Reisenchancen in einer Minute, die der Torwart der Meißner hervorragend klärte – aber weitestgehend erschreckend, wie schlecht beide Mannschaften waren.

Wir besuchten dann noch einmal die Altstadt: vor allem sollte man unbedingt einmal den Burgberg mit dem Dom gesehen haben, da schon allein der Aufstieg über die engen, steilen Treppengassen herrlich ist. Es gibt zudem auch mehrere Kirchen und herausragende Bürgerhäuser – besonders aus der Renaissancezeit – zu sehen.
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Statistik:
Grounds Nr. 418 und 419 (zwei neue Grounds; diese Saison: 88 neue)
Sportveranstaltung Nr. 992 und 993 (diese Saison: 135)
Tageskilometer: 310 (Auto)
Saisonkilometer: 32.990 (21.310 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.950 Bus, Bahn, Tram/ 2.730 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 76
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 196